Nationales Präventionskonzept – gegen Missbrauch und Misshandlung älterer Menschen

Nationales Präventionskonzept

Der Nationale Plan zur Bekämpfung von Missbrauch und Misshandlung älterer Menschen 2026–2036 gibt die nationale Ausrichtung für die Bekämpfung von Missbrauch und Misshandlung älterer Menschen vor. Dieses Rahmenwerk trägt dazu bei, diese Ausrichtung in konkrete Maßnahmen umzusetzen.

Zuletzt aktualisiert: 24. Juli 2026

Einführung

Jeder Mensch hat das Recht, sich im Alter sicher, respektiert und wertgeschätzt zu fühlen und sein Leben selbstbestimmt zu gestalten.

Doch überall in Australien sind ältere Menschen nach wie vor von Missbrauch und Misshandlung betroffen. Das ist nicht immer leicht zu erkennen. Schaden kann in Familien, Freundschaften, Pflegebeziehungen, bei Dienstleistungen, in Einrichtungen und in Gemeinden entstehen. Dazu können Gewalt, Vernachlässigung, Druck, Kontrolle, Demütigung, finanzielle Ausbeutung, Isolation oder Entscheidungen gehören, die über eine ältere Person ohne deren Mitwirkung getroffen werden.

Es kann schleichend geschehen, im Privaten oder in Beziehungen, in denen Liebe, Abhängigkeit, Verpflichtung, Angst oder Vertrauen eine Rolle spielen. Es kann als „Fürsorge“, „Hilfe“, „Familienangelegenheit“, „Stress“ oder „einfach so, wie es nun mal ist“ abgetan werden. Es kann auch durch Dienste und Systeme verursacht oder verschlimmert werden, die schwer zugänglich, unsicher, diskriminierend, übermäßig komplex oder unklar sind.

Untersuchungen zeigen, dass etwa jeder sechste ältere Mensch in Australien im vergangenen Jahr in irgendeiner Form Missbrauch erlebt hat. Das tatsächliche Ausmaß der Schäden dürfte noch höher sein, da Missbrauch und Misshandlung oft verheimlicht oder nicht gemeldet werden. Manche ältere Menschen erkennen möglicherweise nicht, dass es sich bei dem, was geschieht, um Missbrauch handelt. Manche schämen sich vielleicht, fürchten den Verlust familiärer Beziehungen oder der Pflege oder wissen nicht, wo sie sichere Hilfe finden können. Auch Menschen in ihrem Umfeld übersehen möglicherweise die Anzeichen, sind unsicher, was sie tun sollen, oder gehen davon aus, dass jemand anderes besser in der Lage ist, einzugreifen.

Prävention bedeutet, frühzeitig zu handeln. Sie bedeutet, Familien, Gemeinschaften, Dienste und Systeme aufzubauen, in denen ältere Menschen respektiert, angehört, eingebunden und unterstützt werden. Sie bedeutet, Rechte, Würde, Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit zu stärken, bevor Schaden entsteht. Sie bedeutet auch, Risiken zu erkennen, bevor sie eskalieren, und angemessen zu reagieren, wenn es bereits zu Missbrauch oder Misshandlung gekommen ist.

Nationales Präventionskonzept: gegen Missbrauch und Misshandlung älterer Menschen

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